Der Namensstreit mit Langnese

Ein Name, ein Konzern und sechs Jahre: wie aus SaarBiene BeeSarre wurde – und warum der Name seit 2026 endgültig geschützt ist.

Fast sechs Jahre lang hing an einem Namen ein Markenstreit: Darf Honig aus dem Warndt „SaarBiene“ heißen? Seit August 2026 ist die Frage endgültig beantwortet – das Deutsche Patent- und Markenamt hat den Widerspruch von Langnese vollständig zurückgewiesen.

2019 entstand die Idee, Anfang 2020 wurde sie amtlich: Am 8. Januar 2020 habe ich „SaarBiene“ beim Deutschen Patent- und Markenamt (DPMA) als Wort-/Bildmarke angemeldet. Am 31. Januar 2020 war sie eingetragen – als Marke Nr. 30 2020 200 727, mit der Biene, die eine Honigwabe in Form des Saarlandes hält.

Was passiert ist

  • 2019: Die Idee zu „SaarBiene“ entsteht – der Name und das Logo mit der Biene aus dem Saarland.
  • 8. Januar 2020: Anmeldung der Wort-/Bildmarke „SaarBiene“ beim DPMA, Eintragung am 31. Januar 2020.
  • 18. Juni 2020: Schreiben des DPMA: Die Langnese Honig GmbH hat Widerspruch eingelegt – kurz vor Ablauf der dreimonatigen Widerspruchsfrist. Sie beruft sich auf ihre Marken „Flotte Biene“ und „Sabienchen“ und sieht Verwechslungsgefahr.
  • August 2020: Nach anwaltlicher Beratung ziehe ich die Anmeldung zurück. Gegen einen Konzern dieser Größe zu prozessieren, ist für eine Hobbyimkerei nicht zu stemmen. Das Logo bleibt, der Name muss gehen.
  • 23. August 2020: Preisausschreiben „Saarbiene muss gehen – wer wird kommen?“: Freunde und Kundinnen schlagen neue Namen vor.
  • 14. September 2020: Die Saarbrücker Zeitung berichtet im Lokalteil über den Fall: „Imker umgeht Konflikt mit Langnese“.
  • 23. September 2020: Die Wahl fällt auf „BeeSarre“ – ein Vorschlag von Nadine Benz, die dafür zwei Kisten Honig bekommt. Wenige Wochen später beantragt Langnese beim DPMA die Löschung der Marke.
  • 17. Oktober 2020: Gewinnübergabe in Ludweiler. Ich warte weiter auf eine Entscheidung des Patentamts – und gebe nicht auf.
  • 13. April 2025: „Die SaarBiene ist zurück!“ Beim Völklinger Frühlingsmarkt stehen die Gläser wieder unter dem alten Namen.
  • 6. August 2026: Das DPMA weist den Widerspruch komplett zurück. Die Marke „SaarBiene“ bleibt geschützt.

Was das Patentamt entschieden hat

Die Begründung ist bemerkenswert klar – in vier Punkten:

  • Keine Verwechslungsgefahr: Schriftbild, Klang und Bedeutung der Namen unterscheiden sich deutlich.
  • Eindeutiger Regionalbezug: „SaarBiene“ verweist auf die Biene aus dem Saarland. Die gegnerischen Begriffe stehen für etwas anderes.
  • Wort und Logo sind eigenständig: Auch das Logo mit der Wabe in Form des Saarlandes grenzt sich klar ab.
  • Keine Ausnutzung: Die geschützten Marken von Langnese werden durch „SaarBiene“ weder ausgenutzt noch beeinträchtigt.

Was das für dich bedeutet

Du musst nicht mehr nach wechselnden Namen suchen. Wo SaarBiene draufsteht, ist Honig aus Ludweiler und vom Linslerhof in Überherrn drin – geerntet, geschleudert und abgefüllt von einer Hobbyimkerei, nicht von einem Konzern. Der Name ist jetzt auch rechtlich das, was er inhaltlich immer war: eindeutig saarländisch.

Danke an alle, die den Namenswettbewerb 2020 mitgetragen, die BeeSarre-Zeit mitgemacht und in den Jahren danach immer wieder nachgefragt haben.

Die Belege

Zeitungsausschnitt der Saarbruecker Zeitung vom 14. September 2020 mit dem Titel Imker umgeht Konflikt mit Langnese
Saarbrücker Zeitung, 14. September 2020: „Imker umgeht Konflikt mit Langnese“ – mit dem Schild, das ich heute noch am Bienenstand habe.
Urkunde des Deutschen Patent- und Markenamtes ueber die Eintragung der Marke SaarBiene
Die Urkunde: Marke Nr. 30 2020 200 727, angemeldet am 8. Januar 2020, eingetragen am 31. Januar 2020.
Logo der SaarBiene mit rot durchgestrichenem Schriftzug
August 2020: Das Logo bleibt, der Name muss gehen.
Uebergabe des Gewinns aus dem Namenswettbewerb mit Schild BeeSarre
17. Oktober 2020: Gewinnübergabe an Nadine Benz, deren Vorschlag „BeeSarre“ gewonnen hat.
Marktstand der SaarBiene mit Banner Qualitaetshonig von der Saar
13. April 2025: Beim Völklinger Frühlingsmarkt steht wieder „SaarBiene“ auf dem Banner.

In der Zeitung

Die Saarbrücker Zeitung berichtete als erste Zeitung über den Fall – am 13. September 2020 online, am 14. September 2020 im Lokalteil der Printausgabe:

  • „Ludweiler Imker umgeht Konflikt mit Langnese“ – Saarbrücker Zeitung, 13. September 2020, von Esther Simon (SZ+)
  • „Honig hat neuen Namen“ – Saarbrücker Zeitung, 30. September 2020: Olaf Jorzyk macht „Saarbiene“ nach den Problemen mit Langnese zu „BeeSarre“ (SZ+)

Beide Artikel liegen hinter der Bezahlschranke der SZ. Die auf dieser Seite gezeigten Ausschnitte stammen aus der Printausgabe.

Amtlich nachlesen

Die Marke ist beim DPMA unter der Registernummer 30 2020 200 727 geführt. Im öffentlichen Register sind Anmeldung, Eintragung und das Widerspruchsverfahren dokumentiert.

DPMAregister – Marke 30 2020 200 727. Das Register benötigt JavaScript; alternativ im Feld „Einfach suchen“ nach „SaarBiene“ oder nach der Nummer suchen.

Quellen

Die Stationen sind in der Facebook-Chronik der Seite dokumentiert:

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Honig aus dieser Geschichte

Der Name ist geschützt, der Honig ist es nicht – der geht weg. Preise, Größen und Abholung stehen unter Honig & Produkte. Bei Fragen: 06898-4480663.